Elias

Das Oratorium besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil, nach der Ankündigung der Dürre, wird beschrieben, wie Elias auf wunderbare Weise den Sohn der Witwe vom Tode auferstehen lässt, wie er den Baals Anhängern entgegentritt und wie er die Dürre beendet.

Im zweiten Teil geht es um seine Auseinandersetzung mit König Ahab und seiner Frau Isebel, seinen Aufenthalt in der Wildnis, seinen Gang zum Berge Horeb und seine Auffahrt in den Himmel.

 

Geschichtlicher Hintergrund

Der Heilige Prophet Elias stammte der Überlieferung nach aus dem Stamm Levi. Sein Name bedeutet übersetzt: "Mein Gott ist Jahwe." Er lebte zu einer Zeit, als das jüdische Volk sich von Gott abgewandt und sich dem Götzendienst zugewandt hatte. Unter dem König Ahab nämlich verbreitete immer mehr die Baals Religion, gefördert von Ahabs heidnischen Frau Isebel. So wurde der Baals Kult zu einer Bedrohung für den Jahwe Glauben. Baal ist ein Wetter- und Regengott, der jeden Herbst von Todesgöttern besiegt und im Frühjahr durch seine Frau Astarte wieder zu Macht kommt.

 

Inhaltsangabe

1.Teil

Elias prophezeit den vom Jahwe-Glauben abgefallenen Israeliten eine grosse Dürre und Hungersnot. Das Volk ist entsetzt und klagt Gott an und erfleht seine Hilfe. Elias, durch seinen Fluch der Verfolgung ausgesetzt, muss flüchten. Durch die Fügung Jahwes trifft er auf eine Witwe, deren Sohn, von schwerer Krankheit geplagt, gestorben ist. Elias vollbringt das Wunder, ihn wieder zum Leben zu erwecken. Mit neuem Mut stellt er sich König Ahab und fordert die Baals Priester zu einem Gottesurteil heraus. Die Baals Priester sollen ihren Gott anrufen, dass er Feuer auf einen errichteten Altar herabsende, vergeblich. Elias aber kann das Feuerwunder vollbringen und lässt triumphierend das aufgeputschte Volk die Baals Priester umbringen. In der Hoffnung, dass das Volk sich nun wieder Jahwe zuwendet, erwirkt er die Aufhebung des Fluches und der ersehnte Regen setzt ein.

 

2.Teil

Gott wendet sich mit mahnenden Worten an das Volk Israel, das nicht zu Jahwe zurückgekehrt ist, sagt ihm aber weiter seine Hilfe zu. Der erneute Konflikt des Elias mit Ahab und vor allem mit seiner Frau Isebel führt zu einer direkten Lebensbedrohung des Elias. Um sein Leben zu retten flieht Elias 40 Tage durch die Wüste bis zu Gottesberg Horeb. Er hält seine Mission für gescheitert. Hier nun, mitten im menschlichen Zweifelns und Hadern kommt es zur Gotteserfahrung des Elias. Aber nicht in grossen Naturgewalten sondern in einem „stillen, sanften Sausen“ zeigt sich Jahwe dem Elias. Die Worte die ihm hier in den Mund gelegt werden, zeugen von der Spannung zwischen Grösse und Macht einerseits, und Gnade und Friedfertigkeit andererseits, die das ganze Werk inhaltlich durchzieht. In farbiger und plastischer Tonsprache schildert Mendelssohn schliesslich die Himmelfahrt des Elias („mit feurigen Wagen und feurigen Rossen“) in einem herrlich Chorsatz. Die abschliessenden Stücke des Oratoriums weisen in die Zukunft, auf den Messias, aus christlicher Sicht auf Christus hin, der das Werk des Elias vollendet.

 

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